Der Smaragd - grün wie der Dschungel

Der Smaragd der seine Grünfärbung Beimengungen von Chrom- und Vanadiumionen verdankt, wurde schon ca. 1300 vor Christus in Ägypten abgebaut. Er gehört mit zu den teuersten Edelstein aus der Beryll Gruppe.

Leuchtend strahlt er in einem unglaublichen Grün, ist deshalb wahrscheinlich in der Schmuckindustrie auch so beliebt. Diese kleinen hauptsächlich aus Kolumbien stammenden Steinchen sind ein kleines Vermögen wert.

 

Der Smaragd gilt als Frühling unter den Steinen, bereits in frühen Jahrhunderten wurde er als „das Grün“ bezeichnet.

Was kostet ein Smaragd?

Smaragd ungeschliffener Rohstein
Smaragd Edelstein als ungeschliffener Rohstein

Denn bereits ein ca. 5 mm Smaragd ohne Schmuckfassung liegt bei locker 80 Euro bei geringer Qualität. Bei guter Qualität kostet ein Smaragd je Karat ungefähr 600 – 900 Euro.  1 Karat entspricht in etwa eine Größe von 7×5 mm im oktagon Schliff.

Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.  Der Preis pro Karat steigt weiter je grösser der Stein ist. Das liegt eben daran, dass größere Smaragde seltener gefunden werden.

Smaragde sind in der Regel nur einige Millimeter große Edelsteinchen, die aber auch in diesen kleinen Größen bereits ein hohes Vermögen einbringen. Nicht zu verdenken also, dass manche Menschen diese kleinen grünen Vermögenssteinchen als Geldanlage sehen.

Smaragd im Oktagon -Achteckform geschliffen
Smaragd im Oktagon -Achteckform geschliffen. Im Stufenschliff auch Treppenschliff genannt.

Fundorte

Die Hauptfundstellen liegen in Kolumbien, sprich also aus Südamerika, hier ebenso aus Brasilien. Auch in Russland wurden Smaragde gefunden. Allerdings scheint diese Quelle erschöpft, da die Edelsteine kaum noch am Markt zu finden sind.

Eine unbedeutend kleine Menge wurde auch in Australien gefunden. Auch China hat sich auf dem Edelsteinmarkt etabliert und bietet hier eigene Smaragde an. Der Smaragd wird in geringen Mengen auch in Italien oder Norwegen gefunden.

Es gibt auch einige wichtige Fundstellen in Europa – so im Habachtal in Österreich wo noch heute Sammler gerne nach den Steinen suchen.

Als größter Smaragd gilt der „Mogul“, er wiegt 217,80 Karat. Seine Größe beträgt 5 x 3,8 x 10 cm. Die Besonderheit, auf der einen Seite sind 5-zeilige Gebetstexte eingraviert, auf der anderen Seite kunstvolle Blumenornamente.

Leider kann man ihn nirgends besichtigen, da er im Jahre 2001 für 2,2 Mio. $ an eine unbekannte Person versteigert wurde. 

Imitationen / Synthesen

Auch Smaragde kann man künstlich herstellen. Die Herstellung ist kompliziert, dementsprechend teuer sind selbst synthetische Steine.

Der erste synthetische Smaragd wurde übrigens 1935 in Deutschland hergestellt – von der I.G. Farben in Bitterfeld. Unter dem Namen Igmerald wurden sie vertrieben. Igmerald ist ein Kunstwort aus aus I.G. und emerald, der englischen Bezeichnung für Smaragde.

Smaragd Oktagon Ansicht von der Rückseite
Smaragd Oktagon Ansicht von der Rückseite. So wird er als Schmuckstein in Edelsteinfassungen gesetzt.

Gerade weil ein Smaragd so teuer ist, wird er in der Schmuckbranche oftmals „ersetzt“, sprich also imitiert. Hierzu werden ähnliche Minerale verwendet, die aber einfach günstiger sind. Hier zum Beispiel Granatvarietäten.

Aber auch gefärbtes Glas sieht einem Smaragd sehr ähnlich. Kenner erkennen selbstverständlich den Unterschied. Für einen Laien jedoch ist dieser kaum zu erkennen, so dass man diesen Unterschied am Preisverhältnis sieht. 

 

Smaragd Tropfenform Facettiert.
Smaragd Tropfenform Facettiert. Grösse: 12.1x8.2mm mit 2.47 Karat. Der Preis beträgt 700 CHF.

Esoterik

Hildegard von Bingen (1098-1179 n.Chr.), die bekannte Klosterfrau, die sich mit Pflanzen- und Edelsteintherapie beschäftigte. Sie sah im Smaragden einen Heilstein gegen alle Gebrechen.

In der Esoterik ist der Smaragd dem Wonnemonat Mai zugeordnet. In der griechischen Mythologie dem Götterboten Merkur, deshalb sollten Reisende einen Smaragden bei sich tragen.

Verwendung in der Schmuckindustrie

Während man anderweitige Edelsteine schleift und poliert, um etwaige Kratzer und Risse zu bereinigen, lässt man eben gerade diese Risse oftmals beim Smaragd stehen.

Denn diese sind das I-Tüpfelchen des Edelsteines. Diese kleinen Makel machen diesen Stein noch einmaliger und vor allem auch beliebter, so dass man den Preis eines Smaragdes auch mit demjenigen eines Diamanten vergleichen kann.

Teils werden Smaragde sogar höher gehandelt. Der Umsatz in Kolumbien beispielsweise, durch den Export dieser Edelsteine, liegt bei einem Betrag bis zu 400 Mill. US-Dollar. Selbstverständlich ist der Schwarzmarkt hierbei nicht berücksichtigt, Schätzungen zufolge beläuft sich dieser Betrag jedoch ebenfalls in diese Richtung.

Smaragd Solitärring in 18 Karat Weißgold eingefasst
Smaragd Solitärring in 18 Karat Weißgold eingefasst.

Um diesen Stein jedoch als Schmuck wertvoll zu machen, muss dieser noch bearbeitet werden. Aufgrund einer oftmals ungleichen Farbverteilung und teils auch Farbtrübung aufgrund der vielen Risse, wird ein solcher Edelstein weiter behandelt.

Der Stein wird beispielsweise mit ungefärbten Kunstharzen stabilisiert oder auch mit farbigen Ölen gefärbt. Dies hat zur Folge, dass die Farbe knalliger und langanhaltender ist.

Eine funklende Alternative zu diesem Stein ist der selten vorkommende Tsavorit, eine grüne Granat Varietät.